Wer sechs Monate beim österreichischen Bundesheer verbracht hat, kommt mit einem eigenen Wortschatz zurück. Manche Begriffe versteht draußen niemand mehr, andere bleiben ein Leben lang hängen. Hier die wichtigsten – für alle, die gerade drin sind, und für alle, die verstehen wollen, wovon ihr Freund, Bruder oder Sohn eigentlich redet.
Die Lage
Der wichtigste Begriff überhaupt. Die „Lage“ ist die Anzahl der Tage, die dir noch bleiben – bis zur Abrüstung, bis zum letzten Tag, bis zur Freiheit. Wer am ersten Tag einrückt, hat Lage 180. Wer noch dreißig Tage vor sich hat, hat Lage 30.
Je kleiner die Zahl, desto besser die Stimmung. Und je kleiner die Zahl, desto öfter wird sie genannt. In den letzten Wochen kennt jeder in der Stube seine Lage auf den Tag genau, und meistens auch die der anderen.
Lage 00 und Lage 000 sind die magischen Zahlen am Ende. Null Tage. Null Dienst. Null Befehle. Wer sie ausspricht, hat es geschafft.
Wenn du deine eigene Lage nicht im Kopf mitzählen willst: Die LageApp macht das für dich – kostenlos, mit Countdown bis zum letzten Tag.
Abrüsten
Das Ende des Grundwehrdienstes. Offiziell die Rückgabe der Ausrüstung und die Entlassung aus dem Präsenzdienst, inoffiziell der beste Tag seit einem halben Jahr. „Ich rüste im März ab“ heißt: Im März bin ich fertig.
Wer abgerüstet hat, ist ein Abrüster. Der Titel bleibt – und wird mit einigem Stolz getragen.
Bunkern
Vorräte anlegen. Im militärischen Sinn Material und Munition sichern, im Kasernenalltag alles, was man für später beiseiteschafft – Verpflegung, Getränke, Zigaretten. Wer bunkern kann, kommt durch. Die Fähigkeit überlebt den Dienst regelmäßig und zeigt sich später am gut gefüllten Kühlschrank.
Frühsport
Sport am frühen Morgen, oft vor dem Frühstück, gerne bei Wetter, bei dem draußen sonst niemand freiwillig steht. Für viele die prägendste Erinnerung an die ersten Wochen – und der Grund, warum Abrüster danach jahrelang ausschlafen.
Stubenappell
Die Kontrolle der Unterkunft. Betten, Spände, Boden, Fensterbretter – alles wird angeschaut. Wer schon einmal um Mitternacht ein Leintuch auf Kante gezogen hat, weiß, warum Abrüster ein entspannteres Verhältnis zu Unordnung entwickeln.
Habt Acht
Das Kommando für die Grundstellung. Aufrecht, still, Blick geradeaus. Nach sechs Monaten sitzt es so tief, dass manche noch Wochen später kurz zucken, wenn jemand die Stimme hebt.
Feldflasche und Marschgepäck
Die Feldflasche ist der Wasserbehälter am Körper – im Feld die einzige Flasche, die zählt. Das Marschgepäck ist alles, was du auf längeren Wegen mitträgst. Beides wird am Ende des Dienstes ohne Bedauern abgegeben.
Die Gulaschkanone
Die mobile Feldküche. Liefert Essen unter Bedingungen, unter denen sonst niemand kocht. Das Ergebnis ist Gegenstand vieler Geschichten – und Maßstab dafür, wie gut zu Hause tatsächlich gekocht wird.
Einrücken
Der Beginn des Grundwehrdienstes. Das Bundesheer hat feste Einrückungstermine, in der Regel am Anfang jeden Monats an einem Montag. Wer einrückt, startet damit seinen persönlichen Countdown – und die Lage beginnt zu laufen.
Und danach?
Die meisten Begriffe verlieren nach ein paar Monaten an Bedeutung. Die Lage nicht. Wer einmal mitgezählt hat, erinnert sich Jahre später noch an die Zahl, bei der es endlich vorbei war.
Genau darum drehen sich unsere Shirts. Wenn du den letzten Tag angemessen begehen willst – oder jemandem, der gerade abrüstet, etwas schenken möchtest – schau dich bei unseren Abrüstershirts um.
Fehlt dir ein Begriff? Schreib uns über die Kontaktseite – wir ergänzen die Liste laufend.